zertifizierter, VBG- und staatlich anerkannter Bildungsträger für Notfallsanitäter

Sanitätsschule Nord

04527 / 17 77

info@SanitaetsschuleNord.de

Zentrale Hutzfeld

Hauptstrasse 58, 23715 Hutzfeld

08:00 - 17:00

Montag bis Donnerstag

08:00 - 16:00

Freitag

Sanitätsschule Nord

04527 / 17 77

info@sanitaetsschulenord.de

Zentrale Hutzfeld

Hauptstrasse 58, 23715 Hutzfeld

07:30 - 19:00

Montag bis Freitag

Sanitätsschule Nord

Kreisgebiet – Trotz Stress das Chaos gemeistert

de

26.10.2002

100 Rettungskräfte übten in Wittenborn. Schreie gellen aus dem Haus, das Notstromaggregat knattert, die Funkgeräte kreischen durch eine Rückkopplung, Blaulicht flackert. Es ist dunkel und kalt.Bei den rund 100 Beteiligten löst das Szenario der Großschadensübung auf dem Truppenübungsplatz der Bundeswehr in Wittenborn Stress aus. Ein gewollter Effekt, denn die Hutzfeld ansässige Sanitätsschule Nord probte dort am Donnerstagabend den Ernstfall.

Eine vermeintliche „Explosion in einem Jugendheim“ hatte die örtlichen Feuerwehren und die Schnelleinsatzgruppen (SEG) sämtlicher Hilfsorganisationen alarmiert.
„Das Chaos vor Ort regeln“, sei nach Angaben von Sanitätsschulleiter Thomas Ihms die Aufgabe der Einsatzkräfte nach der Rettung aus der Gefahrenzone gewesen. In Verletzungsgrade eingeteilte wurden die Opfer in Zelten untergebracht und von dort aus weiter verteilt. Denn aus anderen Katastrophen-Szenarien hat man gelernt. Nicht wer am lautesten schreit, braucht die Hilfe am nötigsten.
Ein Schildchen um den Hals weist den Wittenborner Jungen Pierre Duus  als Patient Nummer 3  mit offener Unterschenkelfraktur und starken Schmerzen aus. Der zwölfjährige liegt am Boden der Sammelstelle. Es ist kalt, er friert. Um ihn herum tönen Schreie, Füße treten versehentlich auf seine Hände. „Wir brauchen mehr Decken!“, ruft ein Helfer. Koffer mit Medikamenten liegen im Gras, Transfusionen werden gegeben, Schläuche verheddern sich. Verletzte werden auf Bahren gehievt. „Herr Arzt, wo komme ich denn jetzt hin?“, fragt Pierre etwas hilflos.

  23 Simulanten – wie der 20-jährige Sebastian Baumann (Foto) mit einer täuschend echt wirkenden Platzwunde am Kopf – stellten sicher, dass die Rettungskräfte unter nahezu realen Bedingungen üben konnten.
Auch bei dem 20 Jahre alten Sebastian Baumann aus Kaltenkirchen vermischt sich Fiktion und Realität. Der Mime hat eine große Wunde am Kopf, ist blass und soll apathisch wirken. Das fällt ihm nicht schwer, denn auch ihm ist kalt und sein Blutdruck sinkt vom langen Liegen tatsächlich ab. „Die machen das ganz toll, zeigt sich Arne Köster, Dozent an der Sanitätsschule Nord in Hutzfeld, vom Einsatz der Simulanten begeistert.
Schon die Freiwilligen Feuerwehren Wittenborn und Bark hatten sich zuvor mit den 23 Schein-Verletzten abmühen müssen. 15 von ihnen waren Kinder. Einige wehrten sich im Haus gegen die Retter, wurden hysterisch, andere wollten wieder in das Haus hinein, um Menschen zu retten. Wenig Mühe machten Patient 6 und 7. Die Puppen stellten Tote dar und wurden zu der „Totenablage“ gebracht. Nach 40 Minuten waren alle Menschen gerettet. „Das ist eine gute Zeit“, fand auch Schulleiter Thomas Ihms.

Es geht weiter. Zelte werden aufgebaut und beheizt, Scheinwerfer gehen an. Ein Arzt hat die Verletzten zugeteilt. In einem Zelt werden die Verletzten für den Transport vorbereitet. Patient Nummer 9 soll wegen seiner Kopfverletzung mit dem Hubschrauber in eine Spezialklinik abtransportiert werden. Alexandra Kay von der SEG des Kreises Segeberg hat ihn inzwischen übernommen und „beatmet ihn künstlich“. Um 20 Uhr ist der ganze Spuk vorbei. Alle Menschen, die sich in dem brennenden Haus aufgehalten hatten, sind registriert und versorgt, die Schwerverletzten weitergeleitet.

  „Das Zusammenspiel hat sehr gut geklappt“, lobte Schulleiter Thomas Ihms alle Kräfte. Zwölf Rettungssanitäter und Rettungsassistenten rundeten mit der Großübung ihre einwöchige Fortbildung ab. Sie können sich jetzt Organisationsleiter des Rettungsdienstes nennen.

Comments are closed.